Montage - Auswahl, Anordnung,
Artikulation
Gerhard Schumm
Manchmal fragt man sich dann doch: Warum eigentlich ist es so
irre schwierig, Eltern, Freundinnen, Freunden zu vermitteln, was man
da eigentlich macht, wenn man montiert? Warum kann niemand verstehen,
dass man für die Montage eines Films Wochen benötigt? Ein
Grund liegt darin, dass man es sich als Editor selber kaum
eingestehen kann, dass man beim Montieren 86,89 % der Zeit mit Sehen
und Hören verbringt. Das wirkt nicht so richtig nach Arbeit.
Dabei ist es ein superintensives Sehen und Hören mit permanenten
Entscheidungen. Ein intensives Vorstellen, Wahrnehmen, Aufspüren
und Erspüren.
Wozu ist das nötig? Weil man das Material (für die "bin"
und die "sequence") auswählen und aussortieren muß. Weil
man es untersuchen und seine Anordnungsmöglichkeiten erkunden
und solange variieren muß, bis man eine für einen selber
stimmige Abfolge (in der der "sequence") gefunden hat, die man auch
anderen gegenüber für zeigenswert hält. Und weil man
das Material rhythmisieren und an den Schnittstellen (den "edits")
artikulieren muß.
Montage beinhaltet drei zentrale Momente:
- Auswahl
- Anordnung
- Artikulation.
Oder, weil ohne Folien nichts mehr darstellbar ist, hier die
dazugehörige Powerpoint-Präsentation für Arme aus
Post-It-Zetteln:

Ich will die drei Arbeitsmomente an einem Dokumentarfilm
darstellen.
Ich will Material in seiner Auswahl, seiner Anordnung und in der
Artiklation der Schnittstellen variieren. Daran soll deutlich werden,
wie Montage auf diesen drei Ebenen dem Film Ausdruck gibt.
Der Film ist von Agnes Varda und heißt Daguerrotypen, 1975, 75
min. Er ist übrigens ein sehr interessant montierter Film. Der
Film beschreibt eine Strasse in Paris, die "Rue Daguerre", in der
Agnes Varda damals wohnte.
Ich hoffe, Agnes Varda verzeiht mir, dass ich, um Montage
darzustellen, in ihr Material, ihre Montage, ihren Film eingegriffen
habe.
Variation der Auswahl
Der Ausschnitt beginnt in der 11. Minute des Films.
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Auswahl
Original
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Auswahl Variante
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Variation der Anordnung, der Abfolge
Der Ausschnitt beginnt in der 51. Minute des Films.
In der Nachbarschaftsmontage: Schachtel zu.
In der Distanzmontage: Wiederaufnahme der Sequenz "Schachtel auf" aus
der 11. Minute des Films.
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Anordnung
Original
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Anordnung Variante
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Variation der Artikulation an den Schnittstellen
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Artikulation
Original
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Artikulation Variante
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