Montieren Sie
Marlis Roth
Montieren Sie die Teilchen unter Beachtung der bei der Montage
wirkenden Kräfte.
Bei Zimmertemperatur sind die Kräfte, die sich aus der
Eigenbewegung der Teilchen ergeben größer als deren
Anziehungskräfte. Die Teilchen können sich beliebig von
einander entfernen, das Verhalten entspricht dem der Moleküle
eines Gases.
Die Betrachtung
der Teilchen (Wärmezufuhr)
energetisiert diese und erhöht ihre Beweglichkeit. Einzelne
Teilchen bewegen sich, unter unregelmäßigen Kollisionen
mit anderen Teilchen, in verschiedene Richtungen. Sie können in
jeden Bereich des ihnen zur Verfügung stehenden Raumes
gelangen.
Teilchenkollisionen können beim Betrachter
Bindungsvorstellungen
hervorrufen. Bindungsvorstellungen begrenzen den Raum des
Möglichen, die Eingrenzung des Raumes übt Druck auf die
Teilchen aus. Allgemein gilt: Stoffe mit geringer Dichte sind
kompressibel, d.h., der Abstand zwischen einzelnen Teilchen
lässt sich durch Druckerhöhung reduzieren.
Die vollzogene
Bindung zweier Teilchen
verlangsamt deren Bewegung, das Gemisch kühlt ab. Ein
Teilchenverbund übt größere Anziehungskraft auf die
übrigen Teilchen aus, es kommt nicht selten zu
Kettenreaktionsbindungen die wiederum eine Verengung der
Bindungsvorstellungen nach sich ziehen können. Der Raum des
Möglichen wird enger, der Druck auf die Teilchen steigt, und so
fort.
Es gilt: Bei einem bestimmten Druck oder bei einer bestimmten
Temperatur verlieren die Teilchen sprunghaft einen Teil ihrer
Bewegungsenergie. Sie können sich nun zwar immer noch regellos
durcheinander bewegen, aber sie können sich wegen der
gegenseitigen Anziehungskräfte nicht mehr beliebig voneinander
entfernen. Das Material ist in den flüssigen
Zustand übergegangen.
Vorsicht:
Kühlt man einen flüssigen Stoff weiter ab, so wird die
Bewegungsenergie der einzelnen Teilchen noch weiter herabgesetzt. Sie
ordnen sich in einem "Gitter" an und können nur noch
Pendelbewegungen an einem bestimmten Platz ausführen. Der Stoff
ist in den festen Zustand übergegangen. Die dabei frei gewordene
Energie nennt man Erstarrungswärme.
Frei nach / unter Zuhilfenahme von: Schwister, Karl, u.a.,
Taschenbuch der Chemie, Wien 2006. Und Rampf, Heribert, Mentor
Lernhilfe Chemie, München 2006.
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